Geflügelbratwurst

Geflügelbratwurst

Kleine Geschichte der Geflügelbratwurst

Die Bratwurst ist in Gedichten verewigt und besungen worden. Sie war bei Reich und Arm gleichermaßen beliebt. Sie schmeckt Kindern und Erwachsenen und ist ein ideales Gericht für Single und Großfamilien. Der deutsche Name stammt vom althochdeutschen „brato“ und bedeutet übersetzt „reines Fleisch“. Bereits im Mittelhochdeutschen gibt es die „bratwurst“.

Auch die alten Griechen kannten die Freude am Grillen. Homer beschreibt in der Odyssee das Rösten von gefüllten Ziegen- und Schweinemägen auf glühenden Kohlen. Im Kochbuch des Römers Apicius steht das erste erhaltene Bratwurstrezept. Die nachweislich erste urkundliche Erwähnung findet sich in der Buchhaltung des Walpurgisklosters zu Arnstadt. Der Propst Johann von Siebeleben notierte am 20. Januar 1404: „1 gr vor darme zu brotwurstin“, einen Groschen für Bratwurstdärme ausgegeben zu haben.

Früh sorgten sich die Fleischer um die Qualität der Wurst. Das Reinheitsgebot der Weimarer Fleischhauersatzung von 1432 hält die wesentlichen Kriterien fest, an die sich die Zunftsmitglieder zu halten hatten. Mit der Industrialisierung nahm die Bevölkerungsdichte in den Städten zu. Tagsüber waren die Leute in Fabrik und Kontor. So mancher freute sich über den Wurstmaxe, bei dem es zur heißen Wurst auch eine Schrippe gab. In den fünfziger Jahren begann in Berlin der Siegeszug der legendären Currywurst. Die Imbissbudenbesitzerin Herta Heuwer war führend an der Entwicklung beteiligt.

Die kulinarische Weiterentwicklung der Bratwurst hat die Menschen immer interessiert. Traditionell wird die Wurst gebraten und mit Sauerkraut oder Rotkohl und Kartoffeln serviert. Doch das Mischungsverhältnis von Schwein und Rind und die Gewürze variierten. Seit dem achtzehnten Jahrhundert gibt es die Geflügelbratwurst, die sich heute immer größerer Beliebtheit erfreut. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Geflügelfleisch stieg in Deutschland auf 12,44 Prozent. Ernährungsbewusste greifen gerne zur leichten, schmackhaften Alternative und genießen die Abwechslung.

Vielfalt in Rezeptur und Geschmack

Bratwurst ist immer auch regional geprägt. Jeder Landstrich hat seine Eigenart, die in die Zubereitung einfließt und sich geschmacklich auf dem Teller entfaltet. Die Feinheiten werden bei Geflügelbratwurst besonders deutlich.

Hier treffen Innovation und Tradition zusammen. Der rustikale Charakter der bodenständigen Wurst trifft auf die Finesse moderner, leichter Ernährung.

Wertbestimmend für die Wurst ist der Anteil an gutem fett- und bindegewebefreiem Geflügelfleisch, der auch Einfluss auf den Wasser- und Fettanteil der Mischung hat. In die Geflügelbratwurst kommen Puten- oder Hühnerfleisch. Doch auch exotischere Varianten wie Straußenbratwurst sind möglich.

Geflügelbratwürste haben eine feine Konsistenz. Das Wurstbrät kann einen Anteil Rind- oder Schweinefleisch enthalten. Etwa 65 Prozent Geflügel sollten mindestens enthalten sein. Da Geflügelfleisch sehr fettarm ist, wird fettreiches Fleisch aus geschmacklichen Gründen zugesetzt. Die Mischung wird zusammen mit den Gewürzen in einen Schafsaitling oder Schweinedünndarm gefüllt. Wenn Sie generell auf Schweinefleisch verzichten wollen, achten Sie beim Kauf auf die Herstellerhinweise.

Sie können zwischen ungebrühten Rohwürsten und Brühwürsten wählen. Die vorgebrühte Bratwurst ist länger haltbar und lässt sich etwas schneller zubereiten. Bei ungebrühten Rohwürsten achten Sie beim Grillen oder Braten darauf, dass die Wurst ganz durchgegart wird.

Genuss ohne Reue

Eine bewusste, gesunde Ernährung gehört heute für viele zum Alltag. Sie achten beim Einkauf auf Kalorien, Herkunft und Qualität. Geflügelfleisch passt da genau ins Konzept.

Wenn Sie in Beruf und Familie alles geben, sich für Ihre Kinder eine gesunde Ernährung wünschen oder auch im Alter auf nichts verzichten wollen, dann ist Geflügel die richtige Wahl. Sitzen mehrere Generationen am Tisch, treffen bestimmt bei allen den richtigen Geschmack und achten gleichzeitig auf eine angemessene Ernährung.

Einige Punkte, die unbedingt dafür sprechen, sich für Geflügelbratwurst zu entscheiden:

  • Geflügelfleisch ist fettarm. Das reine Muskelfleisch, das in die Bratwurst kommt, enthält lediglich 1 % Fett.
  • Geflügel ist bekömmlich und leicht verdaulich. Es schlägt nicht auf den Magen und Sie brauchen kein Völlegefühl zu fürchten.
  • Der Cholesteringehalt liegt bei 40 bis 60 Milligramm auf 100 Gramm Fleisch und damit sehr niedrig.
  • Geflügelfleisch weist einen Anteil von 60 Prozent ungesättigten Fettsäuren auf.
  • Geflügelfleisch enthält lebenswichtiges Eisen und fördert so die Blutbildung.
  • Geflügel ist reich an Vitaminen: B-Vitamine, Vitamin D, E und K sind für den menschlichen Körper lebensnotwendig.
  • Geflügelfleisch ist reich an Kalium. Der Mineralstoff ist für den Wasserhaushalt und die Muskeltätigkeit im menschlichen Körper zuständig.
  • Zink unterstützt das Immunsystem und schützt vor Infekten.
  • Geflügel schmeckt und lässt sich schnell und abwechslungsreich zubereiten. Vom exklusiven Festmahl bis zur kleinen Mahlzeit zwischendurch können Sie Geflügelbratwurst einsetzen.

Die Zubereitung der Geflügelbratwürste: Schnell, unkompliziert und schmackhaft

Geflügelbratwürste können Sie einfach und schnell zubereiten. Sie eignen sich für ein rasches Mittag- oder Abendessen. Bratwürste können Sie auch opulent zubereiten. Beilage und Arrangement von Tisch und Teller geben dabei den Ausschlag.

Für den Grill sind die schmackhaften Würste beinahe unverzichtbar. Mit den passenden Salaten und Soßen gelingt Ihnen ohne großen Aufwand eine kleine kulinarische Meisterleistung.

Das Braten und Anrichten von Würsten in der Pfanne ist auch für Anfänger unkompliziert.

Nehmen Sie die Würste eine halbe Stunde vor dem Braten aus dem Kühlschrank, damit sie sich akklimatisieren können. Ungebrühte Würste können Sie vorbrühen. Dazu werden die Würste einfach mit kochendem Wasser übergossen.

Der Zimmertemperatur angepasst, können Sie die Geflügelbratwürste horizontal leicht einschneiden oder mit einem Zahnstocher einstechen. Das verhindert die Wölbung und das eventuelle Aufplatzen der Wurst. Handelt es sich um kleine Bratwürste, so kann das Anschneiden auch entfallen.

Erhitzen Sie Öl oder Bratfett in einer Pfanne. Geben Sie die Bratwürste erst hinein, wenn das Öl ausreichend heiß geworden ist. Regeln Sie die Temperatur etwas herunter und braten Sie die Würste bei geringer Hitze von allen Seiten, etwa drei bis vier Minuten je Seite, gut an.

Holz und Holzkohle sind die Favoriten beim Grillen. Sie geben der Geflügelbratwurst den richtigen Geschmack. Wichtig ist das Durchglühen der Kohle. Erst dann kommt die Wurst auf den Grill.

Eine Handbreit Abstand sollte zwischen Holzkohle und Grillgut passen. Größe und vor allem die Dicke der Bratwurst spielen für die Grillzeit eine Rolle. Wichtig ist das regelmäßige Wenden. Um ein Platzen zu verhindern, kann die Wurst angestochen werden. Geflügelbratwürste geben nicht viel Fett ab, so dass das lästige Abtropfen entfällt. Damit die Wurst nicht trocken wird, kann eine Grillschale genutzt werden.

Von der Pfanne auf den Tisch

Zur klassischen Geflügelbratwurst mit Kartoffeln und Rotkohl gibt es diverse Alternativen, die sich für ein rasches Mittagessen oder eine größere Einladung eignen.

Ein schnell zubereitetes Alltagsgericht sind:

Geflügelbratwürste mit Möhrenstampf
Möhren und Kartoffeln nach Anzahl und Bedarf gründlich waschen, schälen und in grobe Stücke schneiden. Anschließend in Salzwasser gar kochen.

Öl oder Bratfett in der Pfanne erhitzen und die Würste von allen Seiten unter regelmäßigem Wenden braun braten.

Die gegarten Möhren und Kartoffeln abgießen und unter Zugabe von Butter und etwas Sahne grob stampfen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Dazu passt ein frischer Salat.

Geflügelbratwurst mit Ofengemüse können Sie auch zu einem Treffen mit Freunden servieren.

Für vier Personen werden 500 Gramm Kartoffeln, 300 Gramm, 250 Gramm Möhren, 250 Gramm Datteltomaten, 3 rote Zwiebeln und vier Geflügelbratwürste sowie Thymian, Honig, Balsamico, Salz, Pfeffer und Öl gebraucht.

Zunächst die Kartoffeln gründlich waschen und abtrocknen, die Möhren putzen und in grobe Stücke, 125 Gramm Tomaten halbieren, die geschälten Zwiebeln in Spalten schneiden. Den gewaschenen Thymian trocknen.

Einen Esslöffel Honig und zwei Esslöffel Balsamico in einer Schüssel mischen. Das Gemüse mit den Blättchen von zwei Thymianzweigen hinzugeben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Würste kräftig anbraten.

Anschließend zusammen mit dem Gemüse in eine Auflaufform füllen und im Backofen etwa eine halbe Stunde backen. Vor dem Servieren mit frischem Thymian bestreuen. Mit Rotwein und Ciabatta servieren.

Eine saisonale Variation sind Zucchini mit Bratwurstfüllung

Vier kleinere runde Zucchini, zwei ungebrühte Geflügelwürste, 200 Gramm Tomaten, 200 Milliliter Gemüsebrühe, 100 Milliliter trockener Weißwein, Oregano, Tomatenmark, Salz und Pfeffer, Olivenöl und etwas Öl für den Bräter werden für vier Personen benötigt.

Den Deckel der gewaschenen Zucchini entfernen und die Früchte aushöhlen. Die Hälfte der Füllung fein hacken.

Die Brätmasse aus dem Darm der Würste drücken und mit den gehackten Zucchini unter Zugabe von Tomatenmark und Oregano mischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 200 Grad vorheizen.

Die Zucchini innen mit etwas Salz würzen, anschließend mit der Brätmasse füllen und in einen geölten Bräter für etwa vierzig Minuten in den Backofen stellen. Nach zwanzig Minuten die Zucchinideckel dazugeben. Brühe und Wein aufgießen.

Die restlichen Tomaten würfeln und mit Pfeffer, Salz und Öl anrichten. Zusammen mit den gebackenen Zucchini und getoastetem Brot servieren. Bon appétit!